Page — Klischeekrimi

April 4, 2006 5:02pm (edit)

Krimi schreiben: Der Böse kommt am Anfang, im ersten Kapitel. Dann der Gute im Zweiten. Im Dritten geschieht dann was. Der - je nach Gnade des Autors - Wahnsinnige, Verrückte, Grausame, oder auch nur durch die harte, böse und obendrein total gemeine Welt so geworden Seiende begeht die (erste) Tat. Oft nachts, oft in üblen Vorstädten, nicht selten mit List und Tücke.
4. Kapitel. Das oder die (ersten) Opfer werden gefunden. Entweder grausam zerstückelt, oder einfach mit Kugel zwischen den Augen. Ist der Ermittelnde eher sensibel, übergibt er / sie sich gerne am Tatort.
Die nächsten Kapitel sind dann durch (stockende) Ermittlungen und Flucht und/oder weitere Taten des üblen, bösen Subjektes gekennzeichnet.
Dann irgendwann der ermittlungstechnische Tiefpunkt. Besäufnis oder auch nicht. Ehekrisen kommen auch immer gut. Dann aber plötzlich eine unerwartete Wende.
Eventuell kann sich das wiederholen. Etwa durch weitere Krisen: Entdeckung eines korrupten Ermittlers, plötzliche Diebstahlswellen oder andere Nebenkriegsschauplätze.
Toll dagegen sind Zeitsprünge in Vergangenheiten der Protagonisten, angenommen der/die Gute und der/die Böse waren gemeinsam in der Grundschule, wo der Gute den Bösen stehts verprügelte - es geht natürlich auch weniger Absurd.
Dann der nächste Spannungshöhepunkt. Nur durch technische Defekte kann der/die GangsterIn aus einem harten Schussgefecht entkommen. Oder so.

Schließlich dann das, was so oder so die ganze Zeit klar war: Das Böse verliert. Oder: Das Gute gewinnt. Oder: Es war alles ein Mordsirrtum. Oder alle sind tot.

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